Wen es betreffen mag

How many times do I have to try to tell you
That I’m sorry for the things I’ve done
But when I start to try to tell you
That’s when you have to tell me
Hey… this kind of trouble’s only just begun
I tell myself too many times
Why don’t you ever learn to keep your big mouth shut
That’s why it hurts so bad to hear the words
That keep on falling from your mouth
Tell me why
I may be mad
I may be blind
I may be viciously unkind
But I can still read what you’re thinking
And I’ve heard is said too many times
That you’d be better off
Besides…
Why can’t you see this boat is sinking
Let’s go down to the water’s edge
And we can cast away those doubts

Some things are better left unsaid
But they still turn me inside out
Tell me why

Ich werde sicher nicht in die Geschichte eingehen als ein Mensch, mit dem leicht umzugehen war. Eher kantig, sperrig, mit einem enormen Beharrungsvermögen. Nicht pflegeleicht. Anstrengend. Stur. Wie wahr.
Unbequem. Stolz. Unbeugsam. Abscheulich mitunter. Auch wahr.
Voller Sehnsüchte. Verletzlich. Warmherzig. Ja. Auch das.

Mein Problem – euer Problem, unser Problem – liegt unter anderem in einer fatalen Kombinatorik von Eigenschaften: Temperament, mitunter bis zu Unbeherrschtheit, plus der absoluten Unfähigkeit Ungerechtigkeiten auszuhalten. Zu den Ungerechtigkeiten gehört auch das »Wenn zwei dasselbe tun, ist es längst nicht das Gleiche«. Mich mit einem Kamm frisieren zu wollen, den man selbst nicht an sein Haupthaar lassen möchte – ich halte es einfach nicht aus. Nicht, weil ich nicht will, sondern weil ich einfach nicht kann. Wenn dann die Müdigkeit dazu kommt, das Gefühl, daß sich jeder vor meinen klaren Worten, vor mir selbst gar, ängstigt, bleibt mir nur noch das Schweigen.

Es gibt bisher aktuell zwei Menschen auf diesem Planeten, die mich verstehen – im Sinne von erfassen und begreifen. Andere glauben, sie könnten das … Dem müßte aber das Zuhören und Hinhören vorausgehen … Ergebnis ist ein Bild, in dem ich ein ziemlich unangenehmer Mensch bin – kritikunfähig, aggressiv, apodiktisch. Immer wieder frage ich mich, wie es kommt, daß ich weiß, ich hatte deutlich gesagt: Das war nicht richtig, Es tut mir leid, Ich habe Mist gebaut und dergleichen – und es wird nicht gehört. Ausgeblendet. Stein und Bein geschworen, ich hätte nichts dergleichen gesagt. Vermutlich werde ich das nie begreifen und vermutlich liegt es an mir – wie und wo auch immer.
Ich fühle mich schon mein ganzes Leben lang so, als spräche ich die falsche Sprache. Fast immer, fast überall. Die conditio humana verhindert, daß ich mich daran gewöhne – sie wirkt sogar auf mich. Man denke sich hier ein selbstironisches etwas trauriges Grinsen.

Die Verzweiflung zur Aggression umgedeutet, das ratlose Schweigen zum Schmollen degradiert, die Erschöpfung als Arroganz gesehen – das macht hilflos. Nein, ich bin nicht ungeduldig. Das immerhin nicht. Ungeduld verzeiht nicht hundertmal und wartet noch auf Veränderung, Ungeduld bittet nicht um Entschuldigung, Ungeduld wählt sich nicht die Hoffnung und das Warten zu Gefährten. Ich fühle kein Selbstmitleid in mir, nur Ratlosigkeit und Erschöpfung.
Ich möchte euch alle nehmen wie ihr seid. Aber bitte verwechselt das nicht mit kritikloser Hinnahme von ungutem Verhalten. Ich glaube einfach nicht daran, daß ein Mensch einem anderen die kalte Schulter zeigen muß, ich glaube nicht daran, daß man Häßliches sagen muß und es dann nicht zurücknehmen kann. Ich glaube nicht an die Blindheit, die nur immer vom eigenen Sein ausgeht. So gesehen ist meine Weigerung bestimmte Dinge hinzunehmen nichts anderes als ein Ausdruck positiven Glaubens, ein Ausdruck von Hoffnung und Liebe – zu euch, nicht zu mir.

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