Karma

In alten Sagen ereilt den Helden, der ein göttliches Geschenk nicht zu würdigen weiß, der Tod unter einem stürzenden Felsen, durch einen Blitzschlag, durch eine Giftschlange. Schon als Kind fand ich das irgendwie … angemessen. Heute verträgt sich dieses Gefühl von kosmischem Ausgleich und großen Geschenken aufs Beste mit der karmischen Idee. Großes kleinzudenken, gar sich davon abzuwenden, macht schlechtes Karma und ist ein Frevel.

Meine Heldin ist buchstäblich in sich gegangen und hat die Figuren auf der Bühne um sich gescharrt. »Leute, so geht das nicht. Wir sind hier nicht beim Improvisationstheater!« Die Angst nickt und sieht ungewohnt enspannt aus. Sie freut sich auf den wohlverdienten Urlaub. Herr Ego holt tief Luft und will sich schon wieder aufblasen, von Kränkungen und Vergangenheiten faseln, da wirft sich der Mut auf ihn und kitzelt ihn bis ihm die Luft ausgeht. Die Geschwister Vertrauen und Zutrauen lachen leise und nehmen Frau Zartheit zwischen sich. ‘Wird schon.’ flüstern sie. Frau Haarindersuppe ist erst gar nicht aus der Künstlergarderobe gekommen.

Es ist MEIN Stück. Groll und Zorn sind der Trauer gewichen, die ihrerseits von Mut und Ruhe beiseite geschoben wurde. Die Zeit hat geholfen. Ich bin wieder in mir Zuhause, kann den karmischen Ton wieder hören. Niemand ist auf dem Planeten um meine Bedürfnisse zu erfüllen, noch ist das etwas, das meine Aufgabe an anderen wäre. Durch diese Zeit zu gehen, war sehr hart, aber diesen ganz speziellen Raum im Kontinuum werde ich nie wieder betreten müssen. Andere vielleicht, die ähnlich häßlich sind, aber diesen nie wieder.

Morgen werde ich die Hand ausstrecken. Schlimmer als ‘Nein.’ kann es ja nicht werden – und das hatte ich schon, damit werde ich fertig.

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