Gerechtigkeit

Was immer man mir gerade hinstellt, werde ich trinken wie Wasser. Selbst Wasser ist davon betroffen. Mein gegenwärtiges Leben verdient den Namen kaum, wirft Fragen danach auf, ob ich nicht vor Jahren auf der Insel hätte bleiben sollen. Diewohl meine Silberschmiedefähigkeiten zu wünschen übrig lassen.
Mit anderen Worten: Es gibt Arbeit, laßt uns sehen, daß wir wegkommen.

Ich maloche mir einen Wolf, und wenn ich gerade glaube, nun würde es gut, pumpt mir der Fiskus dringend benötigte Mittel ab – für Gehsteige voller Stolpersteine und Hundekot, für absetzbare Pauschalen, die angesichts der wirklichen Kosten im besten Fall als schlechter Witz taugen, für ein Gewicht des sogenannten ‚unternehmerischen Risikos‘ unter dem nur der Vorstand von VW nicht zusammenbricht (und wir alle ahnen warum nicht!), für eine Kulturförderung, die den Namen nicht verdient, für ein Land in dem man noch immer nicht überall in Frieden leben kann, wenn man eine dunkle Haut hat, für die Unterschicht-Bande, die mir mit täglicher Rund-Um-Die-Uhr-Lärmemission – von den Belästigungen auf der eigenen Wohnstraße nicht zu reden („Ey ,Alte, willste ficken?“ – „Ihr Wessis seid doch alle arrogante Arschlöcher!“) – jegliches Vergnügen an der nicht wirklich billigen aber schönen Wohnung – und am Büro! – vergällt. Endlos, endlos, das alles …

Ich kann mir ums Verrecken (sic!) nicht vorstellen, daß es diesem Lande ohne diese träge, feige Luschenregierung wirklich schlechter ginge. Im Gegenteil. Wenn von diesem Gruselkabinett rein gar nichts mehr ausginge, könnten sich möglicherweise die sogenannten freien Kräfte, die dieses Land und seine Menschen wirklich aufzuweisen haben, zur vollen Blüte entfalten.
Und wenn diese Unkanzlerin noch einmal wagt Mut, Innovationskraft und Risikobereitschaft unter anderem von mir zu fordern, werde ich erneut über das Auswandern nachdenken.

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